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L ebenslauf Sigurður Norland wurde am 16. März 1885 in Hindisvík auf der Halbinsel Vatnsnes geboren. Seine Eltern waren der Bauer Jóhannes Sigurðsson und die Hausfrau Helga Björnsdóttir in Hindisvík. Die Geschwister hießen Jón (1887 – 1939), Guðmundur (1890 – 1909), Jóhannes (1895 – 1977) und Guðrún Ingibjörg (1898 – 1898) Sigurður machte am 29. Juni 1907 am Gymnasium von Reykjavík Abitur. Kurz danach segelte er nach Schottland, wo er eine Weile blieb. Danach suchte er die isländischen Emigrantensiedlungen in Kanada auf. Den Rückweg nach Island unterbrach er eine Zeit lang in Dänemark. Nach seiner Rückkehr drückte er wieder die Schulbank – diesmal im bekannten Pastorenseminar, das er als cand. theol. am 20. Juni 1911 abschloß. Sigurður Norland war zugleich der 269. Kandidat, und auch der letzte, der an dieser anerkannten Institution das Examen ablegte. Am 8. Oktober des gleichen Jahres wurde Sigurður zum Hilfspastor in Vopnafjörður berufen, wo er ein Jahr bleiben sollte. Danach bewarb er sich um die Stelle in Tjörn auf der Halbinsel Vatnsnes, seiner alten Heimat, die er im April 1912 antreten konnte. Ungleich seiner Amtsvorgänger in Tjörn ließ Sigurður sich nicht am dortigen Pfarrsitz nieder, sondern lebte bei seiner Mutter in Hindisvík. Im Jahr 1919 kündigte er seine Position und bewarb sich um das Pfarramt in Bergþórshvoll (Südisland). Im gleichen Jahr gab seine Mutter die Wirtschaft in Hindisvík auf, und Sigurður erwarb das Anwesen. Einige Jahre später, oder 1922, bewarb er sich erneut um das Pfarramt in Tjörn und diente dort bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1955. Sigurður war ein Sprachtalent und verfügte über Englisch, Latein und ein wenig Deutsch, sowie alle skandinavischen Sprachen außer Finnisch. 1959 legte er als 74-Jähriger die B.A. Prüfung in Griechisch an der Universität Islands ab. Darüberhinaus war Sigurður ein exzellenter Dichter. Zahlreiche seiner Verse sind überliefert. Nicht zuletzt war Sigurður Norland ein rühriger Übersetzer. Sigurður lebte bis zu seinem Tod in Hindisvík, während der letzten Jahre jedoch nur im Sommer. Er war nie verheiratet und hatte keine Kinder, als er am 27. Mai 1971 im Alter von 86 Jahren in Reykjavík verstarb.
Wegbereiter des Naturschutzes Sigurður Norland war seiner Zeit als überzeugter Naturschützer weit voraus und war insbesondere für seine Bestrebungen zum Schutz von Robben und Walen bekannt. Kurz nach 1940 ließ Sigurður die Robbenbank in Hindisvík unter Schutz stellen. Dieser Schutz ist heute noch wirksam. Es ist klar, daß die Halbinsel Vatnsnes ohne die idealistischen Gedanken von Sigurður Norland heute nicht jenes Robbenbeobachtungsparadies wäre, das sie in der Tat ist.
Handelsort Hindisvík Sigurður begann sich früh dafür zu engagieren, daß in Hindisvík eine Ortschaft mit Fischerei- und Umschiffungshafen entsteht. Ab 1924 hatte Hindisvík den Status eines gesetzlichen Handelsortes. Ein bedeutender Teil der Ländereien wurde vermessen und als Grund und Boden für den Handelsort deklariert. Dort entstanden zwei Gebäude. Die Bucht selbst wurde vermessen, eine Stelle für den Hafen gefunden und ein Kai errichtet. Diese hochfliegenden Pläne wurden jedoch nicht in die Tat umgesetzt, der Kai ist im Meer versunken, und die Ländereien verlassen.
Pferdezucht Sigurður war sehr an Pferdezucht interessiert und gründete u.a. die bekannte Linienzucht der Hindisvík-Pferde.
Reference: Ungmennasambands Austur Húnvetninga 1998. Ritstj. Stefán Á. Jónsson. Húnavaka 38. árg. Blönduós. Ungmennasamband Austur – Húnvetninga.
Gunnlaugur Haraldsson 2002. Guðfræðingatal 1847 – 2002 II. Reykjavík. Prestafélag Íslands.
Sigurður Norland 1953. Nokkrar ferðaminningar. Í: Þættir úr Húnavatnsþingi. Troðningar og Tóftarbrot. Svipir og Sagnir III. Reykjavík. Húnvetningafélagið í Reykjavík
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