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Geschrieben von: Administrator   
Dienstag, 28. März 2006 um 20:57 Uhr
Die raschen Wetterwechsel, für die Island seit langem bekannt ist, machen den Bauern oft das Leben schwer. Ihr Auskommen beruht zum großen Teil auf günstigem Wetter für die notwendigen Verrichtungen, um über den Winter zu kommen. Bescheidene Katenwirtschaft und karge Ländereien führten dazu, daß Kleinbauern vieler Landesteile in temporäre Fischerniederlassungen an der Küste strömten, und bis ins 20. Jahrhundert war es üblich, daß Bauern einen gewissen Teil des Jahres damit verbrachten, auf Fischzug zu gehen, um die Haushaltskasse aufzubessern.

Seit der Besiedlung der Bucht Húnaflói zogen Bauern auf Fischfang, wo Hoffnung auf einen guten Fischzug bestand. Höfe entlang der Küste wurden in der Regel dort errichtet, wo die Gegebenheiten zum Anlanden von Booten und zum Fischfang günstig waren.

Doch betrieben nicht nur jene Bauern, die an der Küste lebten, Fischerboote oder Schiffe; vielerorts waren es auch weiter im Land wirtschaftende Bauern und Kätner. Ehe sich in Island Ortschaften und Handelsorte herausbildeten, zog man meistens dann zur See, wenn die Frühjahrs- und Sommerarbeit verrichtet war, also zur Herbstsaison. Nach Quellen aus Vatnsnes ruderte man hier auch im Frühjahr vor der Heuernte aufs Meer.

Jene Bauern, die über gute Landungsmöglichkeiten verfügten (uppsátur) konnten Landungsgelder erheben und recht gut daran verdienen. Diese Einnahmequelle war begehrt, weshalb die größten Fischerniederlassungen bald in den Besitz von Kirchen, Klöstern und Bischofssitzen gelangten.

Jede Fischerniederlassung verfügte in der Regel über 2-6 Boote, die jeweils von 4-12 Mann gerudert wurden. Die wenigsten Bauern ruderten auf eigenen Booten aus. Meistens verdingten sie sich gegen Bezahlung oder einen gewissen Fanganteil. Ferner war es sehr verbreitetet, daß Kätner für ihre Landherren auf Fischfang gingen. Die Fischer legten, um zu den Niederlassungen zu gelangen, häufig lange Wegstrecken von einem Landesteil zum anderen zurück, oft bei schlechtem Wetter. Vom Bezirk Húnavatnssýsla wanderten sie z.B. bis ins 19. Jahrhundert zur Winterfangsaison nach Snæfellsnes, und bald nach 1800 wanderten sie ebenfalls bis zur Halbinsel Reykjanes im Südwesten der Insel.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 22. Februar 2007 um 15:10 Uhr
 
 
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